Reshoring aus China „Für unsere Kunden besteht kaum ein Risiko“

Reshoring aus China „Für unsere Kunden besteht kaum ein Risiko“

„Wegen der Corona-Krise waren manche Kunden besorgt – wird es nicht zu Problemen mit der Produktion in China kommen? Einige sprachen sogar bereits von „Reshoring“. Doch diese Probleme hielten sich in sehr überschaubaren Grenzen. Das Land ist groß und wir sind nicht von Wuhan abhängig.“

Edwin van Diessen ist Einkaufsmanager bei Multifix. Er hat wegen der Corona-Krise kaum Probleme in China gesehen: „Letztendlich hatten wir bei einem geringen Anteil der Produktion eine Verzögerung von höchstens anderthalb Wochen, ansonsten ging alles seinen normalen Gang. Da wir uns immer mit Zweitlieferanten absichern, besteht für uns kaum ein Risiko und im Extremfall ist Reshoring immer noch möglich.“

Was bedeutet „Reshoring“?

„Reshoring ist das Gegenteil von Offshoring: Man bringt die Produktion zurück ins eigene Land. In einer Krise wie dieser werden Kunden oft unsicher in Bezug auf Verfügbarkeit, Qualität und Lieferfristen. Auch wenn wir keine wirklichen Probleme hatten, können wir Kunden, die das wünschen, dennoch beim Reshoring helfen.“

„Multifix produziert nicht nur in Asien, sondern auch in Osteuropa und in den Niederlanden. Wir arbeiten hier mit verschiedenen Lieferanten, weil wir die Lieferketten vieler Kunden übernommen haben und daher wissen, was wir vor Ort herstellen können. Die Produktion in unmittelbarer Nähe ist natürlich teurer, aber man kann dabei mit einem durchdachten Mix arbeiten. Am wichtigsten ist, dass dem Kunden geholfen wird.“

Warum hatte Multifix kaum Probleme in China?

„Multifix hat viele Lieferanten in China, sodass wir schon immer in der Lage waren, in unterschiedlichen Qualitätsklassen und von verschiedenen Orten aus zu liefern. In unserer Niederlassung in Shanghai führen wir unsere eigene Logistikkonsolidierung, sodass es für uns auch bei den Transporten nicht zu Unsicherheiten kam. Außerdem haben wir oft langfristige Verträge mit unseren Spediteuren.“

„Wir haben auch immer noch die Möglichkeit, das Transportmittel zu wechseln. Die Lieferung per Schiff dauert 5-6 Wochen, mit der Bahn 2,5 Wochen und mit dem Flugzeug 3 Tage. Letzteres ist viel teurer, die Luftfahrt wird nicht umsonst „misslungene Schifffahrt“ genannt. Wir mussten in der letzten Zeit häufiger das Flugzeug einsetzen, besonders wenn Kunden eine zusätzliche Bestellung eingeschoben haben. Wir geben immer vorab die Kosten an. Die Kunden wissen also, um wieviel es sich verteuert. Besonders in der Corona-Krise ist das Fliegen teuer, weil weniger Flugzeuge unterwegs sind.“

„Der Nachteil der Bahn ist, dass sie nur ganze Container befördert. Weil nicht so viele Unternehmen mit dem Zug transportieren, dauert es manchmal eine Woche, bis man einen Zug bekommt. Und dann ist er auch noch zweieinhalb Wochen unterwegs.“

Es musste also durch Corona manchmal umdisponiert werden?

„Stimmt, aber das gehört dazu. Wie in anderen Jahren, haben wir bereits die durch das chinesische Neujahrsfest Ende Januar verursachte Verzögerung berücksichtigt. Offiziell dauert es zwei Wochen, aber manche Fabriken stehen auch in den fünf Wochen davor und danach still. Schon im September fangen wir an, uns darauf einzustellen. Wir sehen uns die Prognosen dazu an, wie hoch die Produktion in diesem Zeitraum ist und lassen diese schon früher verschiffen. Wir fragen auch bei den Kunden nach, ob sie zusätzliche Verkäufe erwarten. Dann können wir mehr Materialien bereitstellen und dafür sorgen, dass den Lieferanten höhere Kapazitäten zur Verfügung stehen und das wir genug Container haben.“

„Wir haben auch eine Art Dreiecksbeziehung mit unseren Lieferanten in China. Wenn Lieferant A eine bestimmte Art von Material benötigt, können wir es von Lieferant B aus liefern lassen. Für Bleche und Zerspanung haben wir zum Beispiel mehrere Lieferanten. Aber da sie oft die gleichen Werkstoffe verwenden, ist es leicht, Lagerbestände umzuverteilen. Das ist auch ein Vorteil unserer offenen Kostenkalkulation.“

Wie lange machen Sie diese Arbeit schon?

„Ich arbeite jetzt seit zwölfeinhalb Jahren bei Multifix. Ich habe in der Automatisierung angefangen und bin über eine Bettenfabrik und einen Lieferanten für Baumärkte zu Multifix gekommen. Es gefällt mir hier. Ein sympathisches Unternehmen. Es herrscht eine ungezwungene Atmosphäre, aufgrund der kurzen Kommunikationswege können wir schnell handeln und persönlicher Input wird geschätzt.“

„Die Kollegen sind auch angenehm im Umgang. Alle stehen für die gleiche Sache und sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft. Wir haben immer die Anforderungen und Wünsche unserer Kunden im Blick. Das ist die Stärke von Multifix. Dafür setze auch ich mich gerne ein.“