Interview Arthur Burgmans: „Ein Nein gibt es nicht“ ist die Grundlage für Erfolg

Interview Arthur Burgmans: „Ein Nein gibt es nicht“ ist die Grundlage für Erfolg

Arthur Burgmans ist Direktor von Multifix, dem Unternehmen, das er 1988 gegründet hat. Sein damaliges Motto? „Ein Nein gibt es nicht. Wenn ein Kunde Samstagabend angerufen hat, weil er bestimmte Schrauben für Sonntag benötigte, habe ich diese vor Mitternacht noch persönlich vorbeigebracht“

Arthurs Motivation ist die Basis für den Erfolg von Multifix. Sein Motto ist zum Markenzeichen des Unternehmens geworden. Durch ständiges Überschreiten von Grenzen – sowie sinnbildlich, als auch im wahrsten Sinne des Wortes – erweiterte Multifix ihr Sortiment, der Kundenstamm wurde größer und die Belegschaft wuchs ebenfalls in schnellem Tempo. Inzwischen besteht die Multifix Group aus vier Geschäftsbereichen, hat vier Niederlassungen und rund 400 Mitarbeiter.

WIE liefen die ersten Jahre von Multifix?

„Unternehmergeist liegt mir im Blut. Mein Großvater war der Gründer von Bouwbedrijf Burgmans, einem Bauunternehmen. Letztendlich gründeten all seine Kinder eine eigene Firma, sodass es niemanden überraschte, dass auch ich nach meinem Abitur diesen Weg folgte.“

„Der Handel in Befestigungstechnik gefiel mir. Mit den neu erworbenen Kunden habe ich gute Geschäftsbeziehungen aufgebaut. Um einen optimalen Service bieten zu können, hatte ich ständig ein offenes Ohr für die Wünsche meiner Kunden. Darum gab es für mich auch kein „Nein“; ich habe alles dafür getan, um meine Kunden zufrieden zu stellen“.

Viele Möglichkeiten?

„1995 wurde in Nord-Holland eine Windmühlenfabrik eröffnet, für die wir die Befestigungsmaterialien geliefert haben. Die Niederlande war bezüglich der Windmühlen ihrer Zeit weit voraus, jedoch ging das Unternehmen aufgrund der strengen Vorschriften bald in Konkurs. Die Werkzeug-Bauformen der Mühlenblätter wurden nach dem Konkurs in der ganzen Welt verkauft. Dieses bot für uns viele Chancen, da die Käufer außerdem auch die dazugehörenden, von uns gelieferten, Befestigungsmaterialien haben wollten. So kamen wir nach Asien. “

„Als ich zum ersten Mal China besuchte, wurde mir sofort deutlich: Hier müssen wir sein! Wir eröffneten eine Niederlassung in Honkong, sind aber später nach Shanghai umgezogen, da die Metallindustrie dort viel stärker vertreten ist.
Wir waren Pioniere und begaben uns in bislang unbekannte Gewässer“. Ich nahm dabei ein ziemliches Risiko, war aber zu 100% überzeugt, dass es mir gelingen würde. In den neunziger Jahren war es noch sehr ungewöhnlich, mit China Geschäfte zu machen.“

Hat die qualität sofort den standard erfüllt?

„Die Qualität von Materialien und Produkten aus China hat sich in den letzten zwanzig Jahren enorm verbessert, was aber nicht von selbst geschah. Am Anfang mussten wir ständig auf unseren Qualitätsstandards bestehen, was die Lieferanten nicht gewöhnt waren. Lieferten sie schlechte Qualität, gaben sie lieber einen Rabatt hierfür. Inzwischen verfügen wir über ein äußerst zuverlässiges Netzwerk professioneller Lieferanten und einem optimal funktionierenden Qualitätsmanagement.“

„Die Anfangsjahre von Multifix waren eine fantastische Zeit. Wir waren eine kleine Truppe von fleißigen Leuten. Durch den schnellen Wachstum von Multifix gab es zwar auch viel Stress, aber man hatte sich schnell daran gewöhnt. Eine kleine Truppe sind wir schon lange nicht mehr, aber das nimmt nicht weg, dass noch immer hart gearbeitet wird und der Teamgeist für uns sehr wichtig ist.“

„Als Direktor bestimme ich nicht mehr alleine den Geschäftsvorgang, dafür haben wir jetzt ein Management. Ich kann zwar angeben, ob ich mit den Plänen einverstanden bin, oder nicht, aber die endgültige Entscheidung trifft das Management. An dieses neue Konzept musste ich mich gewöhnen, was nicht immer ganz einfach war. Loslassen ist nicht unbedingt meine stärkste Seite, aber dieses neue Geschäftsmodell hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Es gibt mir wiederum die Zeit, die Menschen, die hier arbeiten, besser kennenzulernen. Ich besuche regelmäßig die Abteilungen und Lagerhallen, um mich mit den Leuten zu unterhalten. Ich finde diesen Kontakt sehr wichtig, denn die Menschen hier machen den Unterschied.“

Wie sehen sie die Zukunft?

„Für die Kontinuität des Unternehmens finde ich es als Unternehmer sehr wichtig, neue Marktchancen im Auge zu behalten. Ich habe ein gutes Gespür entwickelt, ob etwas erfolgreich ist oder nicht, auch was Menschen betrifft, die mir über den Weg laufen; sie sind schließlich das wichtigste Kapital von Multifix.“

„Als ich damals meinem Onkel Jan erzählte, dass ich mit Befestigungstechnik mein Glück versuchen möchte, war er darüber nicht gerade begeistert: „Das machen doch schon so viele“. Aber mit der richtigen Einstellung hat es dann doch funktioniert!“

“Kenntnis ist wichtig, aber nur wenn Sie wirklich 7 Tage die Woche rund um die Uhr daran arbeiten, etwas auf die Beine stellen zu wollen, kann es ein Erfolg werden. Das haben wir mit Multifix deutlich bewiesen.“